„Top Ausbildungsbetrieb“: Claus Ruhe Madsen, Präsident der IHK zu Rostock, übergibt die Urkunde an Kerstin Sohn stellvertretend für das Ausbilder-Team der ALBA Metall Nord GmbH.
Ausbildung in der ALBA Group

16.11.2018 – „Umweltschutz ist angesagt bei Berufseinsteigern“

Auszubildenden stehen in der ALBA Group spannende Zukunftsperspektiven offen – zum Beispiel als Groß- und Außenhandelskaufleute bei der ALBA Nord GmbH.
Ausbildung in der ALBA Group

„Umweltschutz ist angesagt bei Berufseinsteigern“

Nach der Schule stehen motivierten jungen Menschen heute viele Ausbildungswege offen. Was macht gerade die Recyclingbranche für Bewerber interessant?
Kerstin Sohn: Oft hören wir, dass die Bewerber bereits Erfahrungen im Umweltschutz gesammelt haben und ein persönliches Interesse mitbringen, Abfälle zu vermeiden und zu recyceln. Der Umweltbereich ist angesagt bei Berufseinsteigern – und unsere Branche steht heute für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Gleichzeitig ist sie stark durch technologische Prozesse geprägt. Das ist inhaltlich spannend und bietet den jungen Leuten eine Perspektive für die Zukunft. Viele Abiturienten sehen die Ausbildung auch als Sprungbrett beispielsweise für ein duales Studium.

Die ALBA Metall Nord ist 2018 bereits zum 11. Mal in Folge zum „Top Ausbildungsbetrieb“ gekürt worden. Was zeichnet Ihr Unternehmen besonders aus?
Christiane Clemens: Um das Qualitätssiegel der IHK Rostock zu erhalten, müssen wir eine ganze Reihe von Kriterien erfüllen. Dazu gehören die Qualifikation und ständige Weiterbildung der Ausbilderinnen und Ausbilder, aber unter anderem auch teambildende Maßnahmen und das Thema Eigenverantwortung. Bei uns übernehmen die Azubis von Anfang an eigene Projekte und bedienen im ersten Lehrjahr beispielsweise auch die Kasse. Wir setzen Vertrauen in die Jugenlichen; das stärkt die Motivation und das Verantwortungsgefühl.

Kerstin Sohn: Ein wichtiger Punkt ist darüber hinaus die Zukunftsorientierung bei ALBA. Wir sind Vorreiter bei der Digitalisierung und treiben systematisch den Einsatz neuer Software und innovativer Technologien voran. 2019 wollen wir mit unseren Auszubildenden das InnovationLAB der ALBA Group in Berlin besuchen – hier ist jeder Mitarbeiter eingeladen, eigene Ideen einzubringen.

Was erwartet angehende Groß- und Außenhandelskaufleute in den drei Ausbilungsjahren bei der ALBA Metall Nord GmbH?
Holger Nehls: Unser Unternehmen kümmert sich um die Entsorgung, Aufbereitung und Verladung von Stahlschrotten und Metallen und bietet Leistungen von Industriedemontagen bis zur Schiffsabwrackung an. Um die Materialien und Arbeitsprozesse kennenzulernen, gehen unsere Groß- und Außenhandelskaufleute zu Beginn ihrer Ausbildung erst einmal für ein paar Wochen „nach draußen“. Das ist nicht nur fachlich sinnvoll, sondern auch wichtig für die Zusammenarbeit im Unternehmen.

Christiane Clemens: Durch den intensiven Kontakt von Anfang an entwickeln die Angestellten im Büro und die gewerblichen Mitarbeiter gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung für die Arbeit. Im weiteren Verlauf lernen die Kaufleute sämtliche Prozesse vom Rechnungswesen über die Disposition bis zur Kundenberatung kennen.

Welche Möglichkeiten haben interessierte Jugendliche, Ihr Unternehmen kennenzulernen?
Sascha John: Eine gute Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen, ist ein Praktikum. Ansonsten hat jeder Standort seine eigene Art der Präsentation, vom Tag der Ausbildung, an dem sich Schüler das Unternehmen anschauen, bis zur Jobmesse.

Kerstin Sohn: In Rostock nehmen wir darüber hinaus an einem Pilotprojekt der IHK teil: So genannte Ausbildungsbotschafter – Auszubildende, die rhetorisch von der IHK geschult werden – gehen in die Schulen und stellen dort unser Unternehmen vor. Grundsätzlich ist das Interesse an einer kaufmännischen Ausbildung bei ALBA sowohl bei männlichen als auch weiblichen Bewerbern groß. Im gewerblichen Bereich macht sich der Fachkräftemangel dagegen schon deutlich bemerkbar.

Wie sieht Ihr Erfolgsrezept für eine zeitgemäße und nachhaltige Ausbildung aus?
Kerstin Sohn: Ausbildung ist bei uns Teamwork. Das gilt zum einen für die Ausbilderinnen und Ausbilder: Wir treffen zwar unsere Entscheidungen an jedem Standort autark, stimmen uns aber bei übergreifenden Themen eng und partnerschaftlich ab. Zum anderen gilt das auch für die Zusammenarbeit mit unseren aktuell 32 Auszubildenden. Wir „bemuttern“ sie nicht, sondern legen Wert auf Feedback, diskutieren und versuchen uns durch Fortbildungen auf die Bedürfnisse und Werte der Generation Z einzustellen, die jetzt auf den Arbeitsmarkt drängt. Unter Kollegen oder in der Auseinandersetzung mit den Jugendlichen – offene und ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe ist in jedem Fall der richtige Weg.

Was reizt Sie persönlich an dieser Aufgabe?
Kerstin Sohn: Wir alle machen das mit Herzblut – zusätzlich zu unseren Aufgaben im Tagesgeschäft. Und wir bekommen dafür viel zurück. Ausbildung ist heute keine Einbahnstraße mehr, sondern ein Geben und Nehmen. Man lernt auch viel von den Jugendlichen, bekommt neue Ideen, und kann dafür im besten Fall etwas von seiner Lebenserfahrung weitergeben. Vielleicht bleibt man auch selbst ein bisschen jung, weil man sich immer wieder mit aktuellen Themen beschäftigt, die den jungen Leuten wichtig sind.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Christiane Clemens: Wir wünschen uns weiterhin gute Bewerber, die unser Team verstärken möchten. Für eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich ist Abitur von Vorteil, und eine „Vier“ in Mathe sollte nicht gerade im Zeugnis stehen. Aber letztlich sind eine positive Einstellung und Soft Skills wie Empathie und Flexibilität wichtiger als die Zensuren im Zeugnis. (KTH)

Das Ausbilder-Team bei der ALBA Metall Nord GmbH:

  • Kerstin Sohn, Qualitätsmanagementbeauftragte, Standort Rostock
  • Holger Nehls, Industriemechaniker, Standort Rostock
  • Christiane Clemens, Assistentin der Geschäftsführung, Standort Hoppegarten
  • Sascha John, Mitarbeiter Waage, Standort Hoppegarten

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(Foto: IHK zu Rostock)


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