Hochwertig – Wirtschaftlich – Nachhaltig

Recycelte Kunststoffe aus dem Interseroh Closed-Material-Loop

Fast jeder Deutsche wirft leere Gläser und Flaschen in Altglascontainer, schließlich können diese zu neuem Glas recycelt und die Umwelt so entlastet werden. Und viele Bücher in unseren Regalen sind mittlerweile auf recyceltem Papier gedruckt. Bei Kunststoff war der Prozess bislang nicht ganz so einfach: Wegen Schwierigkeiten bei der sortenreinen Trennung nach verschiedenen Kunststoffarten wurden diese Recyclate meist zur Herstellung von technisch weniger anspruchsvollen Produkten genutzt. Seit kurzem sind die Interseroh-Experten in der Lage, in einem speziellen Verfahren Recyclate herzustellen, die in ihren Eigenschaften sehr nah an das Ursprungsmaterial heran kommen. Über diesen so genannten Closed-Material-Loop sprach Interseroh-News mit Joachim Nolte, Key Account Manager bei der INTERSEROH Dienstleistungs GmbH.
Hochwertig – Wirtschaftlich – Nachhaltig

03.11.2009 – Fast jeder Deutsche wirft leere Gläser und Flaschen in Altglascontainer, schließlich können diese zu neuem Glas recycelt und die Umwelt so entlastet werden. Und viele Bücher in unseren Regalen sind mittlerweile auf recyceltem Papier gedruckt. Bei Kunststoff war der Prozess bislang nicht ganz so einfach: Wegen Schwierigkeiten bei der sortenreinen Trennung nach verschiedenen Kunststoffarten wurden diese Recyclate meist zur Herstellung von technisch weniger anspruchsvollen Produkten genutzt. Seit kurzem sind die Interseroh-Experten in der Lage, in einem speziellen Verfahren Recyclate herzustellen, die in ihren Eigenschaften sehr nah an das Ursprungsmaterial heran kommen. Über diesen so genannten Closed-Material-Loop sprach Interseroh-News mit Joachim Nolte, Key Account Manager bei der INTERSEROH Dienstleistungs GmbH.

Herr Nolte, Kunststoffe zu recyceln ist keine wirkliche Neuerung. Was ist denn das besondere am Closed-Material-Loop von Interseroh?
Bislang fand gerade beim Kunststoff-Recycling eher ein Downcycling statt, das heißt das recycelte Material war von minderer Qualität und bot nur eine begrenzte Einsatzfähigkeit im Vergleich zum Ausgangsmaterial. Durch unser neuartiges Verfahren ist es nun gelungen, die Qualität der Recyclate entscheidend zu verbessern und nahezu die Standards von Neuware zu erreichen.

Wieso konnte die konstante Qualität vorher nicht gewährleistet werden?
Die so genannten Post-Cosumer-Kunststoffe aus den „Gelben Tonnen“ der Haushalte sind in der Regel nicht sortenrein, sondern eine Mischung verschiedener Kunststoffe und zudem durch Störstoffe verunreinigt. Die Verwendungsmöglichkeiten dieses Materials waren bisher qualitativ stark beschränkt, technische Datenblätter ließen sich für die Kunststoff-Regranulate zumeist nicht erstellen, die Farbgebung erlaubte dabei häufig nur Schwarz-, Grau- und Brauntöne.

Und das stellt jetzt kein Problem mehr dar? Was hat Interseroh verändert, um die Qualität zu steigern?
Im Prinzip ist es eine Kombination aus hochmoderner Recycling- und Compoundiertechnik sowie neuartiger Verfahrenstechnologie bei der Wiederaufbereitung. Im ersten wichtigen Schritt werden in den hochmodernen Sortieranlagen unseres Schwesterunternehmens ALBA die Rohstoffe sortiert, geshreddert und gewaschen. Dadurch erhalten wir hochreine Sekundärrohstoffe in definierter und kontrollierter Qualität. Im zweiten Schritt werden die unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Kunststoffenarten über die Hinzugabe von Additiven und durch kontrollierte spezielle chemische Vorgänge auf Null gesetzt, es erfolgt quasi eine Löschung oder ein „Reset“. Somit bieten wir, anders als andere Recycler, unseren Kunden kein 08/15-Produkt von der Stange an – vielmehr entwickeln wir Granulate, die genau auf die spezifischen Anforderungen des Kunden zugeschnitten sind. Durch unser Verfahren werten unsere Spezialisten die Kunststoffgranulate auf und passen die Eigenschaften der Regranulate, beispielsweise in punkto Fliesfähigkeit oder Steifigkeit, genau an das Bedürfnis unserer Kunden an. Zudem bieten wir die Möglichkeit, verschiedene Farbbereiche abzudecken und können so eine weit größere Farbauswahl anbieten.

Welche Vorteile bietet dieser neu entwickelte Prozess?
Die Vorzüge von Closed-Material-Loop stützen sich auf drei entscheidende Faktoren: Ressourcenschonung, Produktsicherheit und Planungssicherheit.
Ressourcenschonung bedeutet Zukunftssicherung: Denn aus Einwegverpackungen werden durch die Wiederverwertbarkeit der Materialien Mehrwegverpackungen. Dadurch werden Stoffkreisläufe geschlossen, was sich nachhaltig positiv auf die CO2-Bilanz auswirkt, wie die von Interseroh beim Fraunhofer Institut UMSICHT in Auftrag gegebene Studie belegt. In Zeiten zunehmender Bedeutung von Nachhaltigkeit nicht nur ein wichtiger ökologischer Faktor – auch lässt sich das Image der so hergestellten Verpackungen ökologisch aufladen. Dies kann eine verkaufsfördernde Größe sein, die sich auch ökonomisch auszahlt.
Produktsicherheit bieten wir als einziger Anbieter im Markt dadurch, dass wir zu jedem Regranulat technische Datenblätter über unsere umfangreichen Eingangs- und Ausgangskontrollen während des Produktionsprozesses anbieten, wodurch wir jederzeit die hohe Qualität unserer Produkte sicherstellen und dokumentieren können.
Und nicht zuletzt garantieren wir Planungssicherheit, denn unsere Rohstoffquellen sind unabhängig von volatilen Preisverläufen und endlichen Rohstoffquellen wie beispielsweise Rohöl: Unsere Rohstoffe stehen jede Woche in den „Gelben Tonnen“ am Straßenrand. Dies bietet unseren Kunden Planungssicherheit für ihre Projekte, da wir die Preise und die Mengen über einen definierten Zeitraum stabil halten können.

Sie sagten vorhin, das Regranulat könne wie Neuware eingesetzt werden. Gibt es schon konkrete Anwendungsbeispiele?
Interseroh produziert zusammen mit einem Partnerunternehmen Mehrweg-Transportverpackungen und Farbeimer sowie Getränkekästen. Zudem haben wir ein patentiertes Verfahren entwickelt, das es uns nun auch erlaubt, schwer recyclebare Käse- und Wurstfolien zu verwerten. Aus diesen Polyamid und Polyethylen bestehenden Folien werden sogenannte Stapelfasern, die in der Automobilindustrie für Kofferraumauskleidungen, Hutablagen und Schalldämmung verwendet werden.
Wir arbeiten aber ständig an Weiterentwicklungen unserer Technologien, so dass wir je nach Kundenwunsch die passende Lösung anbieten können.


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