Polyolefin-Kongress: Großes Interesse an Upcycling-Prozess von Interseroh

16.01.2017 – Warum Kunststoffrecycling immer wichtiger wird

Die Kunststoffverpackungs-Hersteller blicken optimistisch auf 2017. Ein Grund ist Experten zufolge die vielseitige Anwendbarkeit von Recycling-Kunststoffen.
Polyolefin-Kongress: Großes Interesse an Upcycling-Prozess von Interseroh

Warum Kunststoffrecycling immer wichtiger wird

Rund 70 Prozent der Hersteller von Kunststoffverpackungen geben der allgemeinen Wirtschaftslage aktuell eine gute Note, 30 Prozent schätzen sie als befriedigend ein. Das hat eine Mitgliederbefragung der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (IK) zum Jahresauftakt ergeben. Zugleich erwarten mehr als die Hälfte der Befragten steigende Rohstoffkosten – und stellen Preisanpassungen bei den Verpackungen in Aussicht.

Nicht zuletzt deshalb wächst das Interesse der Hersteller an Kunststoffrecycling, denn Recycling-Rohstoffe stärken die Unabhängigkeit der produzierenden Industrie von fossilen Rohstoffen sowie von Importen. Und die Qualität der Sekundärrohstoffe steigt stetig: Die INTERSEROH Dienstleistungs GmbH hat mit Recycled-Resource ein Upcycling-Verfahren entwickelt, mit dem sich Recycling-Kunststoffe exakt nach Kundenwunsch herstellen lassen. Der Recycling-Rohstoff Procyclen etwa wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und ist Experten zufolge dem Neumaterial auf Rohölbasis technisch vollständig ebenbürtig.

Produzierende Unternehmen verwenden Procyclen bereits in der Herstellung von Mehrweg-Versandboxen, Textmarkern oder Kleberollern. Entscheidend ist dabei die enge Kooperation zwischen Recyclingunternehmen und Hersteller. So hat Interseroh im vergangenen September eigens ein Kompetenzzentrum für Recycling-Kunststoffe im slowenischen Maribor eröffnet – mit dem Ziel, die Kunststoffe noch besser an die Kundenanforderungen anzupassen.

Recycling-Fachwissen bei Polyolefin-Anwendern gefragt

Dr. Manica Ulcnik-Krump, Leiterin Forschung und Entwicklung Recycled-Resource in Maribor, stellt das Verfahren Recycled-Resource auf dem Fachkongress „Future of Polyolefins“ vor, der am kommenden Mittwoch und Donnerstag in Amsterdam stattfindet. Sie erläutert vor dem Fachpublikum, welches Potenzial der Upcycling-Prozess für Polyolefine aus Haushaltsabfällen bietet. Zu den Polyolefinen zählen alle Kunststoffarten, die Polyethylen und Polypropylen enthalten. Sie machen knapp die Hälfte des gesamten Jahresverbrauchs an Kunststoff in Europa aus.

Ulcnik-Krump zufolge zeigt die Einladung des Recyclingspezialisten zu dem Polyolefin-Kongress, dass das Recycling von Polyolefinen für Hersteller von Kunststoffprodukten immer weiter an Bedeutung zunimmt. Zudem bringe der Einsatz von Recycling-Kunststoffen messbare Umwelt-Vorteile mit sich: Wird Neugranulat etwa vollständig durch Procyclen ersetzt, so reduzieren sich die bei der Herstellung entstehenden Treibhausgasemissionen um bis zu 50 Prozent. (KR)

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(Foto: ALBA Group)


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