Reportage: Kunststoff-Recycling bei der ALBA Group

27.08.2015 – Upcycling mit Blauer-Engel-Garantie

Wäschekörbe und Abfalleimer werden immer häufiger aus Procyclen hergestellt. Woher kommt der hochwertige Recyclingkunststoff? Eine Reportage.
Reportage: Kunststoff-Recycling bei der ALBA Group

Upcycling mit Blauer-Engel-Garantie

Am Anfang war das Sammeln: Die Grundbausteine für Procyclen finden sich bei den Verpackungen der haushaltsnahen Wertstoffsammlung – vorrangig Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Polystyrol (PS). Die Leichtverpackungen erfasst der Umweltdienstleister und Rohstoffversorger ALBA Group deutschlandweit in großem Stil und verarbeitet sie in Europas modernsten Sortier- und Verwertungsanlagen weiter.

Per Nahinfrarottechnologie und Luftströmen werden die verschiedenen Kunststoffarten zunächst punktgenau voneinander getrennt, anschließend zerkleinert, gereinigt und in stoffreine Ballen gepresst. Dabei gilt: je sauberer die Fraktion, desto besser gelingt das Upcycling. „Wir haben große Teile der Anlagentechnik in unseren Sortier- und Aufbereitungsanlagen im Laufe der Zeit verändert und sie immer besser an die Materialien aus der Gelben Tonne angepasst“, erklärt Dirk Mellen. Der Kunststoffrecycling-Experte ist Geschäftsführer der ALBA Recycling GmbH und Leiter Operations Recycle der ALBA Group.

Recycled-Resource: Preisgekröntes Herstellungsverfahren

Im nächsten Schritt gelangen zwei der Kunststoffarten, nämlich Polypropylen und Polyethylen, in die Aufbereitungsanlage der ALBA Recycling GmbH in Eisenhüttenstadt. Hier werden bereits seit 1993 Kunststoffverpackungen zu Regranulat verarbeitet. Eigens für den komplexen Stoffstrom hat die ALBA Group das innovative Verfahren „Recycled-Resource“ entwickelt. „Mit Recycled-Resource ist es uns gelungen, unsere langjährige Recyclingkompetenz für Kunststoffe perfekt zu bündeln”, so Dirk Mellen.

Mithilfe des Hightech-Prozesses entsteht beispielsweise das hochwertige Rezyklat Recythen, das sich etwa für die Produktion technischer Artikel sowie von Folien oder Rohren eignet. In einem weiteren Verarbeitungsschritt wird hier ebenfalls Procyclen hergestellt. Dabei kommen neben ausgeklügelten Rezepturen auch spezielle Additive (verschiedene Zusatzstoffe und mineralische Füllstoffe) zum Einsatz. Sie ermöglichen, dass das Regranulat in seinen Eigenschaften genau auf die Kundenwünsche zugeschnitten werden kann – und das, obwohl es zu nahezu 100 Prozent aus Altkunststoffen besteht. Das Besondere an Procyclen: Durch die individuelle Rezeptur erfüllt der Rohstoff höchste Erwartungen in Bezug auf Fließfähigkeit, UV- und Hitzebeständigkeit und stellt damit ein vollwertiges Neuwaresubstitut dar, das auf dem besten Weg ist, den Kunststoffen auf Erdölbasis den Rang abzulaufen.

Vertrauen in Procyclen wächst

Um die Eigenschaften von Procyclen und Recythen immer weiter zu optimieren, setzt die ALBA Group auf die Expertise der eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung sowie die enge Kooperation mit Herstellern. Entsprechend steige die Nachfrage bei Kunststoffverarbeitern und Herstellern, die für ihre Produktion vermehrt auf den preisgekrönten Sekundärrohstoff Procyclen setzen. Jüngst entstanden die Wäschekörbe, Stapelboxen und Abfalleimer der Serie ECO-Line in einer Kooperation von Interseroh mit dem Hersteller OKT Germany. „Bei dieser Produktserie kommt eine neue Generation Procyclen zum Einsatz“, erklärt Mellen. „Statt bislang zweier Prozessschritte wird zur Herstellung des Rohstoffs nur noch ein Schritt benötigt, bei gleichbleibend hoher Qualität.“ Durch den verkürzten Prozess werden im Verhältnis zur Primärproduktion bis zu 50 Prozent CO2 sowie Energie eingespart – das macht die Produktion deutlich umweltfreundlicher und zugleich kosteneffizienter. „Auch deshalb gewinnt Procyclen als Werkstoff immer weiter an Attraktivität“, so Mellen. Als erste Procyclen-Produkte überhaupt wurden die ECO-Line Artikel mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet. Das deutsche Umweltzeichen wird von einer Fachjury an Produkte und Dienstleistungen vergeben, die deutlich umweltschonender sind als vergleichbare Produkte.

Pro Jahr produziert die ALBA Group bereits mehrere Tausend Tonnen der neuen Sekundärkunststoffe, um den Bedarf der Industrie an umweltschonenden, innovativen Rohstoffen zu decken. Tendenz weiter steigend. (KR)

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(Foto: ALBA Group)


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