Ergebnisse der Pariser UN-Klimakonferenz vorgestellt

15.12.2015 – Nach Paris: Hendricks avisiert „Klimaschutzplan 2050“

Im Anschluss an die UN-Klimakonferenz in Paris stellt Bundesumweltministerin Hendricks die Verhandlungsergebnisse zum weltweiten Klimaschutz vor.
Ergebnisse der Pariser UN-Klimakonferenz vorgestellt

Nach Paris: Hendricks avisiert „Klimaschutzplan 2050“

Ziel des Vertrages der 196 Staaten ist es, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen und die Neubelastung der Erdatmosphäre mit Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 auf null zu bringen, so die Ministerin. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden eine schrittweise Abkehr der Weltgemeinschaft von fossilen Brennstoffen und eine komplette Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien beschlossen.

Erstmals Einigung aller Länder erzielt

Tatsächlich gilt das Klimaabkommen als historisch, denn erstmals in der Geschichte übernehmen auch die Entwicklungsländer konkrete Verpflichtungen zur Reduktion von Treibhausgasen, vor allem aber auch China. Alle Vertragsstaaten haben den Weltklimavertrag anerkannt, darüber hinaus haben 186 Länder bereits eigene Klimaschutzprogramme vorgelegt, die meisten davon zum ersten Mal.

Den kompletten Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energien und damit den Wandel der Weltwirtschaft hat die Bundesumweltministerin als „ehrgeiziges, aber notwendiges“ Ziel anerkannt. Dabei würden die Industriestaaten weiterhin ihre Verantwortung in der Führung der globalen Klimaschutzmaßnahmen annehmen, allen voran Deutschland. „Das wird auch uns in Deutschland natürlich Rückenwind geben für unsere Klimapolitik“, sagte die Ministerin, und lobte die besonders gute Aufstellung der deutschen Wirtschaft in Sachen Klimapolitik.

Deutscher „Klimaschutzplan 2050“ soll im Sommer kommen

Tatsächlich hat Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten eine besondere Vorreiterrolle im weltweiten Klimaschutz übernommen. Zwischen 1990 und 2014 sank der Ausstoß an klimaschädlichen Gasen insgesamt um etwa 27 Prozent. Für Sommer 2016 kündigte Hendricks den Beschluss eines „Klimaschutzplan 2050“ an. Dieser soll detaillierte Schritte Deutschlands zur Annäherung an die Klimaziele enthalten.

Allein die Abfallwirtschaft leistet mit einer Verwertungsquote von mittlerweile knapp 65 Prozent einen deutlichen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz. Vor allem das Ende der Deponierung unbehandelter Abfälle hat seit dem Jahr 1990 für eine Einsparung von 68,1 Prozent (das entspricht 56 Millionen Tonnen CO2) gesorgt und damit einen enormen Beitrag zum Rückgang des Ausstoßes klimaschädlicher Treibhausgase geleistet. Seit dem Jahr 1990 sind die Emissionen der Abfall- und Kreislaufwirtschaft insgesamt um mehr als zwei Drittel gesunken.

Die stetig ansteigende Verwertung von Wertstoffen – darunter Altpapier, Altglas, Verpackungen und Bioabfälle – reduziert den Verbrauch von Primärenergien und schont die knappen Ressourcen. So konnte Deutschland laut dem Bundesumweltministerium seine Rohstoffproduktivität zwischen 1994 und 2013 um insgesamt 48 Prozent steigern. Wie die Emissionsentwicklung in anderen Wirtschaftszweigen, wie zum Beispiel der Energiewirtschaft, der Industrie oder dem Verkehr aussieht, stellt das Ministerium in seiner Publikation „Klimaschutz in Zahlen 2015“ dar.

Welchen Beitrag Recyclingunternehmen zum Umweltschutz leisten können, lässt sich auch der aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts UMSICHT entnehmen. Demnach konnte allein die ALBA Group im Jahr 2014 durch die Wiederverwertung von rund 6 Millionen Tonnen Wertstoffen mehr als 48,3 Millionen Tonnen Primärressourcen einsparen. Außerdem hat sie im selben Zeitraum 6,6 Millionen Tonnen weniger Treibhausgase ausgestoßen.

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(Foto: European Union/Silvère Gérard)


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