Serie „Nachhaltigkeit im Porträt“

12.09.2017 – Rauch produziert „grüne“ Möbel für alle

Nachhaltigkeit im Porträt: Seit 1897 stellt Rauch Möbelwerke Schlafzimmermöbel aus regionalen Hölzern her – nach dem Motto „Nachhaltigkeit demokratisieren“.
Serie „Nachhaltigkeit im Porträt“

Rauch produziert „grüne“ Möbel für alle

„Wir verwenden für unsere Spanplatten ausschließlich ausgeforstete Materialien – also qualitativ hochwertige Schwachhölzer, Restholz oder Bruchholz“, erklärt Michael Stiehl, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rauch Möbelwerke GmbH. Die Werkstoffe bezieht das Unternehmen mit Sitz in Freudenberg am Main aus regionalen, nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Dank des eigenen Spanplattenwerks behält Rauch dabei stets den Überblick über die Herkunft seiner Hölzer.

Der ehemalige Möbeltischlerbetrieb aus der baden-württembergischen Kleinstadt zählt heute zu den größten Herstellern von Schlafzimmermöbeln und Schränken in Europa. Dass Rauch den meisten Verbrauchern dennoch kein Begriff ist, liegt daran, dass die Möbel nicht direkt, sondern über den Möbelhandel vertrieben werden: Der Hersteller liefert seine Möbelstücke – unterteilt in vier Marken und Preissegmente – an Versandhandel, Online-Anbieter und Möbelhäuser.

Im Handel stehen das Gütesiegel „made in Germany“, das FSC- und PEFC-Siegel sowie das Umweltzeichen „Blauer Engel“ hoch im Kurs – alles Kriterien, die Rauch Möbelwerke erfüllt. Das Unternehmen trägt das FSC- sowie das PEFC-Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft und vertreibt Produkte, die für ihre positiven Umwelteigenschaften mit dem Blauen Engel ausgezeichnet wurden.

Nachhaltigkeit demokratisieren

Für seinen nachhaltigen Ansatz wurde Rauch mit dem „Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2014“ prämiert. Seinen ganzheitlichen Anspruch verfolgt Rauch konsequent – auch in einer Zeit, in der Möbel oft als schnelllebiges Massenprodukt angesehen werden. „Viele glauben, dass nachhaltige Produkte ein Luxusgut sind und deshalb einen hohen Preis haben müssen. Doch unser Konzept funktioniert anders“, erklärt Stiehl.

Rauch Möbelwerke produziert Möbel im preisgünstigen Mitnahme-Segment nach denselben Nachhaltigkeitskriterien wie Produkte in gehobener Qualität für den Fachhandel. „Für unser Umweltverständnis ist es entscheidend, dass wir nachhaltige Möbel nicht nur einer kleinen Menge wirtschaftsstarker Kunden, sondern einer breiten Masse zur Verfügung stellen.“ Nachhaltigkeit demokratisieren nennt Stiehl dieses Prinzip.

Effiziente Logistik ohne Zwischenlager

Um „grüne Möbel für alle“ zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten zu können, trimmt Rauch seine Produktionsprozesse auf Effizienz. Zentral ist dabei die auftragsbezogene Fertigung: Das Unternehmen lässt seine Spanplatten exakt nach Bedarf im eigenen Werk herstellen. Von der Produktion gehen die Möbel anschließend direkt per Lkw zum Möbelhaus.

So spart Rauch die kostspielige Bewirtschaftung eines Zwischenlagers. Und: Dank der bedarfsgerechten Lieferung von Spanplatten fällt kaum Verschnitt an. Die wenigen anfallenden Holzreste gibt das Unternehmen in die eigene, moderne Verbrennungsanlage – und gewinnt daraus wiederum Energie.

Ressourcen- und Klimaschutzzertifikate von Interseroh

Zu den wenigen Abfällen, die im Zuge der Produktion entstehen, gehören die Transportverpackungen, die bei Lieferungen an die Möbelhäuser anfallen. Das Recycling bzw. die umweltschonende Entsorgung dieser Materialien gibt Rauch seit 1992, also seit 25 Jahren, in die Hände des Umweltdienstleisters Interseroh, der zum Rohstoffversorger und Recyclingspezialisten ALBA Group gehört.

Die Kooperation, die auf Kunden-Empfehlung zustande kam, hat sich für Rauch bewährt. „Wir nehmen unsere Verantwortung als Abfallverursacher wahr und können uns auf die problemlose Abwicklung durch Interseroh verlassen“, so Stiehl. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Interseroh stimmt, das Abrechnungssystem ist einfach und die nachhaltige Ausrichtung von Interseroh trägt zu Ressourcenschonung und Klimaschutz bei.“

Interseroh stellt seinen Kunden jährlich ein Zertifikat aus, das die Ressourceneinsparung sowie die Treibhausgasersparnis durch das Recycling bestätigt – ermittelt nach einer Rechenmethode des Fraunhofer-Instituts UMSICHT. Allein im Jahr 2015 hat Rauch so in Zusammenarbeit mit Interseroh knapp 5.755 Tonnen Ressourcen und fast 822 Tonnen Treibhausgase durch das Verpackungsrecycling eingespart.

Den Standort Deutschland stärken

Die Produktion aus Kostengründen ins Ausland zu verlagern, kommt für Geschäftsführer Michael Stiehl nicht in Frage. „Wir produzieren nachhaltig und made in Germany. Das wird nicht nur von den Kunden gewünscht, sondern ist für uns auch unternehmerisch sinnvoll.“ Für Rauch bedeutet Nachhaltigkeit nicht zuletzt auch, die Region zu stärken – schließlich liegt das Unternehmen in einer Kleinstadt zwischen Würzburg und Frankfurt am Main, umgeben von Wäldern und Natur.

Vor diesem Hintergrund hat Rauch auf dem Firmengelände ein Wohnkultur-Museum sowie einen kostenlosen Privatzoo eingerichtet. Zudem unterstützt das Unternehmen ein Seniorenheim und ein integratives Hotel in der Umgebung.

Sein soziales Engagement betrachtet Michael Stiehl als Win-win-Situation: Einerseits gebe man so den Menschen im Umkreis etwas für das erhöhte Verkehrsaufkommen zurück. Andererseits gewinne so die ländliche Region an Attraktivität, gerade für Familien, was wiederrum dem Unternehmen hilft. Denn qualifizierte Mitarbeiter vor Ort tragen nicht zuletzt dafür Sorge, den nachhaltigen Anspruch von Rauch Möbelwerke auch in Zukunft zu erfüllen. (KR)

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(Foto: Rauch Möbelwerke)


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