Öko-Institut richtet Empfehlungen an ländliche Unternehmen

02.05.2018 – Nachhaltigkeits-Wegweiser für KMU: Mehr Recycling

Das Öko-Institut unterstützt KMU mit einem Leitfaden dabei, mehr Nachhaltigkeit umzusetzen. Eine Empfehlung der Experten: umsatteln auf Kreislaufwirtschaft.
Öko-Institut richtet Empfehlungen an ländliche Unternehmen

Nachhaltigkeits-Wegweiser für KMU: Mehr Recycling

Bundesweit arbeiten aktuell mehr als 60 Prozent der Beschäftigten für kleine und mittlere Unternehmen – viele davon in ländlichen Regionen. Deshalb, so das Öko-Institut in seinem Wegweiser „Nachhaltiges Handeln in Unternehmen und Regionen“, sei Nachhaltigkeit in Deutschland ohne die Mitwirkung der KMU nicht zu realisieren. Doch hier gebe es vielfach Nachholbedarf: „Gerade in kleineren Unternehmen sind Umweltbewusstsein und Fürsorge für die eigenen Beschäftigten oftmals gelebte Praxis, doch ist das Vorgehen meist weniger strukturiert als in großen Unternehmen“, so Christoph Brunn, Experte für Corporate Social Responsibility am Öko-Institut.

Ressourceneffizienz und Ökodesign stärken

Kreislaufwirtschaft ist demnach eine der wichtigsten Stellschrauben, um mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen zu integrieren. Die Experten des Öko-Instituts empfehlen den KMU, sich verstärkt um das Recycling von Abfällen zu bemühen, mehr recycelte Materialien einzusetzen und die Materialeffizienz im Büroalltag zu steigern. Zudem sollten sie sich – auch mit Blick auf die gesetzlichen Vorgaben – verstärkt um das Ökodesign von Produkten kümmern. Dazu zähle es auch, die Produktlebensdauer zu verlängern und Reparaturmöglichkeiten anzubieten.

Neben der gezielten Schließung von Kreisläufen listet der Wegweiser auch die Steigerung der Energieeffizienz, die Reduktion des Wasserverbrauchs sowie den Verzicht auf umweltschädliche Chemikalien als Kernmaßnahmen auf, wenn es um mehr Nachhaltigkeit in KMU geht.

Nachhaltigkeitsstrategie in sechs Schritten

Sechs Schritte sollen den Unternehmen konkret dabei helfen, das Thema „nachhaltiges unternehmerisches Handeln“ systematisch umzusetzen:

  1. Verstehen, welche Themenbereiche im Unternehmen besonders wichtig sind und
  2. wie diese Bereiche durch das eigene Handeln beeinflusst werden.
  3. Bisherige Aktivitäten in diesen Bereichen erfassen und etwaige Lücken identifizieren.
  4. Ziele formulieren.
  5. Weitere Maßnahmen entwickeln und
  6. umsetzen.

Beispielhaft sind demnach etwa die Nachhaltigkeitsziele „Ressourceneffizienz um 30 Prozent steigern“, „Umsetzung eines Umweltmanagementsystems“ oder „Schulung zu nachhaltiger Beschaffung“.

Mehr Kreislaufwirtschaft, besseres Image

Die positiven Auswirkungen von mehr Nachhaltigkeit in KMU seien vielfältig, verspricht der Wegweiser. So könne die Einsparung von Energie, CO2, Wasser und Abfall u.a. das Image des Unternehmens sowie die Kommunikation verbessern, das Profil stärken, die Effizienz steigern und nicht zuletzt mehr Umsatz generieren.

Neben Empfehlungen für mehr soziale Nachhaltigkeit enthält der Wegweiser Tipps, auf welchen Plattformen und mit welchen Aktionen KMU ihr Engagement am besten kommunizieren können – darunter die Teilnahme an Wettbewerben oder die Vorlage eines Nachhaltigkeitsberichts.

Die vom Öko-Institut empfohlenen Maßnahmen sind Ergebnisse eines Forschungsprojekts der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg: RegioTransKMU – Regionale Transformation durch sozial-ökologisch handelnde Unternehmen. (KR)

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(Foto: TSUNG-LIN WU/fotolia.com)


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